Wer viel Geld verdienen und Karriere machen will, der sollte eine akademische Laufbahn einschlagen - oder?
Ein Studium gilt nach wie vor als relativ sichere Investition in die berufliche Zukunft, obwohl bekannt ist, dass nicht jede Absolventin einer Universität sofort einen Posten als Top-Managerin ergattert.
Ganz im Gegenteil: Vielen Arbeitnehmern mit einem Bachelor- oder Masterabschluss fehlen Berufs- und Praxiserfahrung, der Einstieg in die Berufswelt gelingt ihnen häufig nur über schlecht oder gar nicht bezahlte Praktika in verschiedenen Unternehmen. Die Chance, anschliessend einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten ist trotzdem eher gering. Aber wie sieht es mit den nicht-akademischen Berufen aus? Können Sie als Frau heute auch beruflich durchstarten, wenn Sie eine zwei- oder dreijährige berufliche Ausbildung absolvieren? Und mit welchen Ausbildungsberufen haben Sie die besten Aussichten auf beruflichen Erfolg?
Ein Studium ist nicht zwangsläufig "wertvoller" als eine Ausbildung
Viele Auszubildenden machen die Erfahrung, dass ihre Vorbereitung auf den Beruf geringer geschätzt wird als ein Studium. Begründet wird dies mit der kürzeren Dauer einer Ausbildung im Gegensatz zu einem Studium. Dabei dauert ein Bachelor-Studiengang ebenso lange, nämlich sechs Semester, also drei Jahre. Ein weiteres Argument für die höhere Wertigkeit eines Studiums ist die Tatsache, dass dieses Zugangsbeschränkungen unterliegt, beispielsweise im Hinblick auf den Schulabschluss. Dabei gehen die diesbezüglichen Bestrebungen in die Richtung, dass ein Studium auch ohne Matura oder aber auch für diejenigen Interessenten möglich ist, die eine Berufsmaturität haben. Es ist also nicht mehr nur mit einer gymnasialen Maturität möglich zu studieren. Was das Gehalt angeht, so ist ein Studium noch lange keine Garantie dafür, dass Sie nach dessen Beendigung gut bezahlt werden.
Technische und handwerkliche Berufe bieten viele Karrierechancen für Frauen
Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Ausbildungsberufe, die Ihnen in der Schweiz als Frau mindestens so viele Karrierechancen bieten wie ein Studium. Besonders interessant für weibliche Schulabgänger sind technische und handwerkliche Berufe, weil viele Arbeitgeber gerne Frauen einstellen würden, diese sich aber nach wie vor in der Regel eher selten trauen in diesen "Männerdomänen" beruflich Fuss zu fassen. Sie müssen also wenig Konkurrenz von Seiten anderer weiblicher Bewerber fürchten, wenn Sie sich für einen handwerklichen oder technischen Beruf entscheiden.
Was den Arbeitslohn angeht, so liegt beispielsweise der Pilotenberuf oder die des Fluglotsens ganz weit vorne im Ranking der besonders gut bezahlten Jobs, für die Sie sich durch eine Ausbildung qualifizieren können. Auch hier ist die weibliche Konkurrenz noch sehr gering und Sie haben gute Chancen Karriere zu machen, wenn Sie sich in den strengen Auswahlverfahren durchsetzen können. Ausbildungen im sozialen Bereich oder in der Finanzbranche sind nach wie vor eine gute Idee, wenn Sie sich ein sicheres Gehalt wünschen.
Weiterbildungsbereitschaft müssen sowohl Hochschulabsolventen als auch ehemalige Azubis mitbringen
Egal ob Sie ein Studium absolvieren oder sich für einen Ausbildungsberuf entscheiden: Sie werden so oder so Weiterbildungen und zusätzliche Qualifizierungen benötigen, wenn Sie Ihre Karriere langfristig vorantreiben möchten. Immer mehr Arbeitnehmerinnen entscheiden sich auch dafür zunächst eine Ausbildung zu machen und einige Jahre lang Berufserfahrung zu sammeln, bevor sie ein Studium aufnehmen. Wenn Sie gleichzeitig studieren und arbeiten möchten, kommt für Sie nach erfolgreicher Beendigung Ihrer Ausbildung auch ein Fernstudium oder ein Studium in Teilzeitform infrage.
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