Nur Bares ist Wahres? In gewisser Hinsicht stimmt das natürlich: Sie als Frau haben es ohnehin meist schwerer, ein faires Gehalt auszuhandeln als Ihre männlichen Kollegen. Statistisch gesehen verdienen Männer in der Schweiz immer noch mehr Geld als Frauen - und das für die gleiche Arbeit.

Doch viele Unternehmen setzen heute immer häufiger auf projekt- und leistungsbezogene Bezahlung. Das bedeutet, dass ihre Mitarbeiter neben ihrem Grundgehalt Prämien und Vergünstigungen erhalten, wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde. Diese Massnahme soll die Motivation anheben und eine hohe Qualität der Arbeitsergebnisse sicher stellen. Doch wie verhandeln Sie als Arbeitnehmerin richtig, wenn es um Prämien und Sachleistungen geht?

Eine Prämie wird in der Regel erst dann gewährt, wenn überprüfbare Arbeitsergebnisse vorliegen

Bevor Sie mit Ihrem Chef einen Gesprächstermin vereinbaren, sollten Sie sich gründlich mit dem Ihnen anvertrauten Projekt beschäftigen. Erarbeiten Sie für sich, welche Ergebnisse nach Projektabschluss vorliegen müssen, so dass Sie den Erfolg Ihrer Arbeit dokumentieren können. Nur so wird es Ihnen möglich sein, die Qualität Ihrer sichtbar und damit auch vergleichbar zu machen. Woran genau Ihr Chef erkennen kann, dass Sie einen guten Job gemacht haben, ist nicht nur branchenabhängig, sondern kann auch von Projekt zu Projekt variieren.

Wenn Sie beispielsweise eine Studie durchführen, wären belegbare und repräsentative Zahlen im Hinblick auf eine bestimmte Fragestellung ein Ergebnis, welches belegt, dass Sie gute Arbeit geleistet und sich Ihre Prämie oder Bonuszahlung verdient haben. In anderen Fällen lassen sich erfolgreich durchgeführte Projekte möglicherweise durch eine professionelle Präsentation der Arbeitsergebnisse belegen.

Höhe, Umfang und Voraussetzung für die Prämienzahlung schriftlich festhalten

Wenn das zu erreichende Ziel feststeht, können Sie einen Termin bei Ihrem Vorgesetzten vereinbaren. Vergewissern Sie sich noch einmal, dass Sie richtig verstanden haben, was er von Ihnen erwartet. Bestenfalls werden Zielvereinbarungen schriftlich festgehalten und von beiden Seiten unterschrieben. Gleiches gilt für Form und Umfang von Prämien. Bitten Sie darum, dass ein Schriftstück aufgesetzt wird aus dem genau hervorgeht, welchen Bonus Sie für welche erbrachte Leistung erhalten und wann dieser ausbezahlt bzw. gewährt wird. So sind Sie auf der sicheren Seite, wenn es später zu Diskussionen oder Unstimmigkeiten hinsichtlich der von Ihnen geleisteten Arbeit kommt. Manche Chefs versuchen nämlich ihre Mitarbeiter mit Versprechungen und motivierenden Anreizen bei Laune zu halten, an die sie sich später nicht mehr erinnern.

Prämien sind individuell verhandelbar und müssen nicht immer ausbezahlt werden

Aber was genau sind eigentlich Prämien? Meist sind Prämien individuelle Bonuszahlungen, die ein Mitarbeiter einmalig für besondere Arbeitsleistungen zusätzlich zu seinem monatlichen Lohn erhält. Im Grunde können Prämienzahlungen aber auch durch andere Leistungen oder Vergünstigungen ersetzt werden. Manchmal sind sie eine lohnenswerte Alternative, wenn eine Gehaltserhöhung aus welchem Grund auch immer nicht gewährt wird oder gewährt werden kann. Prämien sind immer Verhandlungssache, das bedeutet, Ihrer Fantasie sind im Grunde keine Grenzen gesetzt.

Für Sie als Frau können Bonusleistungen beispielweise auch in Form von zusätzlichen bezahlten Ferientagen oder einer kostenlosen betrieblichen Kinderbetreuung interessant sein. Auch die Möglichkeit der privaten Nutzung eines Dienstfahrzeugs inklusive Übernahme der Benzinkosten kann eine attraktive Prämie für gute Arbeit darstellen. Überlegen Sie daher gut, welche Leistung für Sie als Arbeitnehmerin in Ihrer Individuellen beruflichen und privaten Situation besonders günstig ist.

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