Das Burn-out-Syndrom ist mittlerweile auch in der Schweiz auf dem Vormarsch. Auffallend ist, dass gerade karrierebewusste Schweizer Frauen an Stress und Überforderung leiden, obwohl sie weniger Überstunden machen als ihre männlichen Kollegen und auch weniger in ihrer Freizeit arbeiten. Laut Umfragen sind nahezu zwei Drittel aller Betroffenen weiblich. Woran liegt es, dass berufstätige Frauen gefährdeter als ihre männlichen Kollegen sind und was kann die Karrierefrau tun, um das Burnout-Risiko zu minimieren?
Warum gerade Karrierefrauen gefährdet sind
Für Experten steht fest, dass derart viele Frauen von Burn-out-Erkrankungen betroffen sind, hängt mit der Doppelrolle der Frau zusammen. Die moderne Frau aus der Schweiz, die an Beruf und Karriere interessiert ist, ist allzu oft sehr stark in der eigenen Familie engagiert. Studien haben gezeigt, dass die traditionelle Rollenverteilung auch heute noch vorherrscht und berufstätige Frauen immer noch den Grossteil der Hausarbeit und Erziehungsarbeit übernehmen. Das Berufliche und das Private überschneiden sich immer mehr und sind nur noch schwer unter einen Hut zu bekommen, wodurch das Risiko steigt, einen Burn-out zu erleiden.
Wie entsteht ein Burn-out-Syndrom?
Burnout entsteht, wenn eine Frau nicht mehr mit dem Leistungsdruck zurechtkommt und sich schwer damit tut, den beruflichen und privaten Anforderungen gerecht zu werden. Es tritt ein dauerhaftes Stressgefühl ein. Betroffene fühlen sich gehetzt und unter Druck gesetzt. Dazu gesellt sich teilweise das Gefühl, keine Kontrolle mehr über das eigene Leben und die Karriere zu haben und in der Arbeit fremdbestimmt zu sein. Ein Burn-out entsteht in der Regel schleichend und entwickelt sich in Phasen, was das gefährliche an dieser Erkrankung ist. Oft ist erst nach Jahren der Höhepunkt der Krankheit erreicht, wo der Betroffene dann total überarbeitet und ausgelaugt ist und erstmalig zusammenbricht, wobei auch meist erstmalig die Diagnose Burn-out gestellt wird.
Die Krankheit frühzeitig erkennen
Damit die Karriere und das Privatleben nicht durch einen Burn-out gefährdet wird, sollten die ersten Vorbote der Krankheit erkannt und beachtet werden. Vom Risiko ist betroffen, wer ständig gereizt und lustlos ist, permanent müde ist und unter auffällig starken Erschöpfungszuständen leidet. Hinzu kommen Gefühle der Sinnlosigkeit, des Versagens und meist auch noch die Angst, den Anforderungen nicht mehr gerecht werden zu können. In der Regel stellen sich auch Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen ein. Bei vielen Betroffenen macht sich eine Burn-out-Erkrankung auch körperlich bemerkbar. Sie leiden unter Magen- und Darm-Beschwerden, Kreislaufproblemen, Rücken- und Kopfschmerzen, Schwindel und häufigen Infektionskrankheiten.
So lässt sich dem Burnout-Syndrom vorbeugen
Eine der Hauptursachen, die für das Ausbrennen verantwortlich ist, ist ein ständiger, meist selbst auferlegter Zwang, alles perfekt machen zu wollen. Es werden übertrieben hohe Ziele gesetzt und unrealistische Anforderungen an sich selbst und das Umfeld gestellt. Eine Frau, die ihre Ziele nicht erreicht, weil sie übertrieben hochgesteckt sind, sollte kürzertreten und sich nicht noch mehr belasten und anstrengen, sonst läuft der Akku langsam leer und ihr Körper und Geist verweigern die Mitarbeit, obwohl der Leistungswillen noch vorhanden ist. Die moderne Frau aus der Schweiz schützt sich vor dem Burn-out-Risiko am besten, indem sie auf ein gutes Zeitmanagement achtet und an ihrer Organisationsfähigkeit arbeitet. Zudem ist es wichtig, sich regelmässige Auszeiten zu gönnen und diese gezielt in den Tagesablauf zu integrieren. Führungspersonen sollten an ihrer Fähigkeit arbeiten, die Arbeit zu delegieren. Hilfreich kann auch das Erlernen von Entspannungstechniken wie beispielsweise Yoga oder Meditation sein.
Bildquelle: RyanMcGuire / pixabay.com