Mit dem Chef per Du, mit der netten Kollegen auch in der Freizeit unterwegs und rund um die Uhr erreichbar, wenn es mal brennt: Sollte Ihnen das bekannt vorkommt haben Sie offensichtlich kein Problem damit, wenn sich in Ihrem Alltag berufliche und private Lebensbereiche überschneiden. Wahrscheinlich herrscht in Ihrem Unternehmen ein positives, freundschaftliches Betriebsklima und auf Hierarchien wird wenig Wert gelegt. Das kann vorteilhaft sein, denn wer sich mit dem Chef und den Kollegen gut versteht geht lieber zur Arbeit und ist häufig auch motivierter. Zudem können sich Arbeitnehmer, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen besser mit ihrem Arbeitgeber identifizieren.
Es kann jedoch auch problematisch werden, wenn die Grenzen zwischen Berufsleben und Freizeit verschwimmen. Denn was passiert, wenn die Lieblingskollegin, der Sie vertrauen, auf einmal in der ganzen Abteilung herumerzählt, dass Sie heimlich für Ihren Vorgesetzten schwärmen? Oder was tun Sie, wenn Ihr Chef Sie ständig anruft, obwohl Sie Urlaub haben und Sie bittet auszuhelfen, weil akuter Personalmangel herrscht? Möglicherweise bereuen Sie dann wie selbstverständlich Ihre private Nummer herausgegeben und beteuert zu haben, jederzeit erreichbar zu sein, sollte es notwendig sein.
Bewahren Sie eine professionelle Distanz
Natürlich ist es schön, wenn Ihr Job ein wichtiger Teil Ihres Lebens ist und wenn Sie jeden Morgen gerne zur Arbeit gehen, weil dort ein angenehmes Betriebsklima herrscht und Sie sich mit Ihren Kollegen gut verstehen. In einer solchen Atmosphäre geht die Arbeit gleich viel leichter von der Hand. Aber: Überlegen Sie sich gut, inwieweit Sie zulassen wollen, dass sich beide Lebenswelten miteinander vermischen. Denn was passiert, wenn Sie sich mit Ihrer Kollegin oder Ihrem Chef plötzlich nicht mehr so gut verstehen, beide aber viele private Details aus Ihrem Leben kennen? Denkbar wäre auch, dass es nach einer Beförderung oder Gehaltserhöhung böses Blut gibt, weil einige Kollegen das Gerücht verbreiten, Sie hätten diese nicht Ihrer Qualifikation oder Ihren Leistungen zu verdanken, sondern Ihren guten Beziehungen zu Ihrem Vorgesetzten. Eine solche Situation kann sehr belastend werden.
Denken Sie in Ihrer Freizeit nicht ständig an Ihren Job
Schwierig wird es auch, wenn Sie alle Probleme, die Ihren Job betreffen, mit nach Hause nehmen und nach Feierabend nicht abschalten können. Sollten Sie nicht mehr schlafen, weil Sie auch nachts noch darüber nachdenken, wie Sie die anstehende Präsentation am besten aufbauen oder wie Sie bei Kundenterminen noch überzeugender auftreten könnten, besteht Handlungsbedarf. Versuchen Sie dann, eine professionelle Distanz zu wahren und sich in Ihrer Freizeit ausschliesslich sich selbst, Ihrer Familie und Ihren Hobbys zu widmen. Niemandem ist geholfen, wenn Sie an einem stressbedingten Burn-Out erkranken und für längere Zeit gar nicht mehr arbeiten können.
Achten Sie also darauf, am Arbeitsplatz weder zu viel von sich preis zu geben noch allzu vertraute Gespräche mit Kollegen zu führen. Ausserdem sollten Sie versuchen sich nach Feierabend nicht länger mit Konflikten und Problemen zu beschäftigen, die Ihren Job betreffen.
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